DIW Econ Studie enthüllt Auswirkungen der Einsatzsteuer auf Deutschlands Online-Glücksspielmarkt

Sam Brooks · Sep 9, 2026

DIW Econ Studie enthüllt Auswirkungen der Einsatzsteuer auf Deutschlands Online-Glücksspielmarkt

Analyse der Studie zu Einsatzsteuer und illegalem Glücksspiel in Deutschland

Die von DIW Econ durchgeführte Untersuchung im Auftrag des Deutschen Online Casinoverbands analysiert die Folgen der 5,3-prozentigen Einsatzsteuer auf virtuelle Spielautomaten und zeigt, wie diese Regelung den legalen Markt beeinträchtigt, während der illegale Sektor weiter expandiert, obwohl der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 in Kraft ist. Forscher der Studie ermittelten, dass die Steuer die Rückzahlungsquote legaler Angebote auf etwa 89 Prozent senkt, wohingegen illegale Plattformen Raten um die 95 Prozent bieten, was bei gleichem Einsatz zu kürzeren Spielzeiten auf regulierten Seiten führt und Spieler zunehmend in den unregulierten Bereich treibt.

Details der Studie und ihre Methodik

Experten von DIW Econ werteten Marktdaten aus und verglichen die Auswirkungen der Steuerstruktur auf legale sowie illegale Anbieter, wobei sie feststellten, dass die Abgabe direkt die Auszahlungsquoten beeinflusst und somit die Attraktivität regulierter Plattformen verringert, während unregulierte Angebote ohne diese Belastung operieren können. Die Untersuchung berücksichtigte auch Schätzungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder zu Marktvolumina und Steuereinnahmen, um die finanziellen Verluste für die Bundesländer zu quantifizieren, die durch die Abwanderung von Spielern entstehen.

Auswirkungen auf Steuereinnahmen und Spielerschutz

Die Studie verdeutlicht, dass die Einsatzsteuer erhebliche Einbußen bei den staatlichen Einnahmen verursacht, da ein wachsender Teil des Umsatzes in den illegalen Markt abfließt, wo keine Abgaben an deutsche Behörden fließen, und gleichzeitig der Spielerschutz geschwächt wird, weil Nutzer dort auf weniger regulierte Umgebungen treffen. Beobachter der Branche stellen fest, dass die kürzeren Spielzeiten auf legalen Automaten Spieler motivieren, Alternativen zu suchen, was die Ziele des Staatsvertrags von 2021 untergräbt und die Notwendigkeit einer Anpassung der Besteuerung unterstreicht.

Vergleich von RTP-Quoten und Marktentwicklungen im deutschen Glücksspiel

Researchers der Analyse verweisen darauf, dass die aktuelle Steuerformel die effektive Spielzeit reduziert und damit die Anreize für legale Nutzung mindert, während der illegale Markt ohne vergleichbare Einschränkungen expandiert und sowohl finanzielle als auch schutzbezogene Risiken für die Spieler mit sich bringt.

Empfehlungen zur Steuerreform

Die Autoren der Studie sprechen sich für eine Umstellung von der Einsatzsteuer auf eine Bruttospielertragssteuer aus, da diese Struktur die Rückzahlungsquoten legaler Angebote verbessern und gleichzeitig stabile Einnahmen für die Länder sichern könnte, ohne die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber illegalen Plattformen weiter zu beeinträchtigen. Solche Anpassungen würden laut den Berechnungen die Attraktivität regulierter Märkte erhöhen und die Abwanderung eindämmen, die trotz der Vorgaben des Interstaatsvertrags anhält.

Entwicklungen seit dem Staatsvertrag von 2021

Obwohl der Glücksspielstaatsvertrag seit 2021 die Rahmenbedingungen für legales Online-Glücksspiel festlegt, zeigen die Daten der Untersuchung ein anhaltendes Wachstum des illegalen Sektors, der von den steuerbedingten Nachteilen legaler Anbieter profitiert und damit die Wirksamkeit bestehender Regulierungen in Frage stellt. Vertreter des Verbands und der Studienautoren betonen, dass ohne Reformen die finanziellen Verluste für die Staaten zunehmen und der Spielerschutz weiter unter Druck gerät.

Schlussfolgerung

Die DIW Econ Studie liefert eine detaillierte Analyse der Wechselwirkungen zwischen Steuermodell, Marktattraktivität und illegalem Wachstum, wobei sie konkrete Zahlen zu Rückzahlungsquoten und Einnahmeverlusten präsentiert und auf eine mögliche Umstellung der Besteuerung als Lösungsansatz hinweist, um die Ziele des Staatsvertrags besser zu erreichen. Die vollständige Studie sowie ergänzende Marktdaten der GGL bieten weitere Einblicke in diese Entwicklungen.